L. Schulz (Vater), der mit seinen beiden Söhnen Leonhard und Eduard ab 1822 Konzertreisen unternahm, ist als ausübender Gitarrist in Wien schon im Jahre 1818 genannt (Leipz. allg. mus. Ztg., XX. Jahrg., pag. 71); er konzertierte damals mit Mendl, nachdem er sich schon im Vorjahre (31./VIII. 1817) mit Böhm und Giuliani in Baden bei Wien hatte hören lassen. Die Sologitarre spielte in letztgenannter Darbietung Böhm, Schulz hatte den Part der Begleitgitarre übernommen (Wiener allg. mus. Ztg., I. Jahrg., pag. 327). In seinem jüngeren Sohne Leonhard bildete sich Schulz einen brillanten und ständigen Partner für die Sologitarre; schon am 3./XI. 1822 leistete der erst achtjährige Knabe beim "Römischen Kaiser" dem Konzertboden den ersten Tribut; sein um zwei Jahre älterer Bruder Eduard, der spätere vortreffliche Pianist, wirkte mit; in den folgenden Konzerten spielte dieser die von Reinlein (Wien) erfundene Äol-Harmonika. [1]
Leonhard Schulz (Sohn), ein hervorragendes Talent, der neben Legnani sich durchzusetzen vermochte, ist in weiteren Berichten der Leipz. allg. mus. Ztg. ehrend genannt: Am 20./VI. 1823 konzertierte er im landständischen Saale mit Eduard, im nächsten Jahre zeigte er sich "eilfjährig als Meister auf der Guitarre" (XXVI. Jahrg., pag. 697). 1825 kam die Familie Schulz mit Moscheles nach London und produzierte sich sechsmal vor dem Könige. Nach dreijähriger Abwesenheit legten "die geschickten und liebenswürdigen Knaben" am 2./III. 1827 im landständischen Saale Proben ihrer vollendeten Künstlerschaft ab. Eine weitere Kunstreise führte sie durch Deutschland mit erfolgreichen Konzerten in München (Nov. 1827), Stuttgart (Jänner 1828) und Straßburg (Jänner 1829); beide Schulz (Söhne) ließen sich hierauf dauernd in London nieder. Leonhard, nach englischen Berichten ein wenig ehrenhafter Charakter, erlangte und behauptete als Gitarrevirtuos europäischen Ruf.
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[1] Ein kleines klavierförmiges Tasteninstrument von über drei Oktaven Umfang. Metallene Stäbchen, durch zuströmende Luft aus einem Blasebalg in Schwingungen versetzt, bildeten die Töne.