Auf den Böhmen Pique macht die Leipz. allg. mus. Ztg. im XL. Jahrg., pag. 648 erstmalig aufmerksam: "Eben lernten wir in der Person des Herrn Eduard Pique... einen Guitarristen ganz ausgezeichneter und seltener Art kennen. Das Fertigste, was wir auf diesem Instrumente hörten, war noch das Wenigste, was wir von seinem Spiele zu rühmen haben. Am meisten ist es die Fülle des Tones, besonders in seinen Bässen, das Gesangvolle seines Vortrags und das Eigenthümliche seiner ganzen Manier. So macht er nicht nur sehr klare und wohlverbundene Schnellgänge auf einer Saite, sondern auch dergleichen in Oktavläufen auf zwei Saiten." In den Jahren 1838-1841 spielte P. in Leipzig (LX. Jahrg., pag. 673 u. 695), in Dresden (XL. Jahrg., pag. 800), in Prag (XLI. Jahrg., pag. 67 u. XLIII. Jahrg., pag. 276). In Wien debütierte er im Mai 1841, wobei er bei einem Stücke nur auf der höchsten und tiefsten Saite spielte, die übrigen Saiten aber nachließ. Zu solchen "Tricks" griff die damalige Gitarristik. Was künstlerisch aus dem Instrumente herauszuholen war, hatten Giuliani und Legnani restlos vorgeführt; man war blasiert und der Konzertist verfiel auf Künsteleien, welche schließlich die Gitarre zur Varietéspezialität herabdrückten. Überdies verblüffte der jugendliche Regondi um diese Zeit in Wien durch seine ungekünstelte Meisterschaft und stellte P. in den Schatten. Des letzteren Namen findet sich denn in der Folge in Konzertberichten auch nicht mehr vor.
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