Geboren zu Preßburg, erteilte er, erst zwölfjährig, Unterricht im Gitarre- und Flötenspiel, kam 1840 nach Wien, unternahm mit seiner Frau Josephine, einer Pianistin, Kunstreisen durch Deutschland und Rußland und ließ sich 1842 dauernd in Wien als Musiklehrer nieder, wo er 1856 bereits starb. Kurz vor seinem Tode hatte er eine Komposition für eine Preisbewerbung eingesandt; diese hatte der russische Edelmann Makaroff ausgeschrieben und hierzu alle europäischen Gitarristen zur Beteiligung eingeladen. Den ersten Preis erhielt Mertz zuerkannt, den zweiten Nap. Coste, der schließlich den ersten bekam, da Mertz mittlerweile vom Tode ereilt worden war.
M. kann als der vornehmste Vertreter der dritten Wiener gitarristischen Epoche gelten; [1] er ist der letzte Repräsentant des erlöschenden Virtuosentums und des bereits erkalteten Gitarrekultes. Die nennenswerten Wiener Gitarristen nach ihm sind vereinzelte Erscheinungen.
Seine Gattin Josephine Mertz, die in ärmlichen Verhältnissen 1903 im 84. Lebensjahre in Wien starb, schrieb für das Fachorgan der Münchener Gitarristen, den "Gitarrefreund", eine biographische Skizze (Jahrg. 1901, Heft 10ff.).
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[1] M. spielte die acht-, später die zehnsaitige Gitarre. (Leipz. allg. mus. Ztg. XLIV., pag. 357 und XLV., pag. 236.) Einer der hervorragendsten Gitarreschüler des M. war Jos. Dubetz, der in den vierziger Jahren in Wien konzertierte.