Der Gitarrekult, der in Wien unter Giuliani auf die Spitze getrieben wurde, drängte auch Kinder im zarten Alter auf das Konzertpodium. Die kleine Bolzmann debütierte mit 9 Jahren am 4. Januar 1814 im Saale zum "Römischen Kaiser" mit Kompositionen Diabellis und Giulianis in Quartettbegleitung "zur allgemeinen Zufriedenheit der Zuhörer". Zwei Jahre später brachte sie nebst Giulianischen Werken eine eigene Komposition: "Fantasie für die Guitarre" im k. k. kleinen Redoutensaale (9./IV. 1817) [1] zum Vortrage; "sie erhielt durchgehends laute, aber nicht klingende Beweise von Gunst und Beyfall". Nach 1817 verschwindet auch Bolzmann vom Konzertboden, der für gitarristische Darbietungen neben Giuliani wenig ertragreich war.
[1] Die Wiener allg. mus. Ztg. datiert dieses Konzert vom 9./III., möglicherweise handelt es sich um eine zweite Darbietung im gleichen Saale und mit gleichem Programm.