Simon Molitor wurde am 3. November 1766 zu Neckarsulm in Württemberg geboren. In der Taufe, [1] die am gleichen Tage stattfand, erhielt er die Namen: Alois, Franz, Simon, Joseph. [2] Die beiden jüngeren Geschwister Simons hießen Alois, geboren am 10. Oktober 1768 und Crescentia, geboren am 18. Januar 1771. [3] Den Vater Johann Michael bezeichnet das Taufdokument Simons als praeceptor; L. von Sonnleithner, [4] der 1864 eine biographische Skizze von Simon Molitor veröffentlichte, [5] führt an, daß Michael Molitor auch "Leiter der Kirchenmusik war, selbst verschiedene Kompositionen im Kirchenfache lieferte und später nach Mannheim übersiedelte, wo er als Kapell- oder Konzertmeister des deutschen Ordens starb." Eine authentische Bestätigung dieser Angaben war nicht erhältlich. Der Name Molitor kehrt in den Mergentheimer Familienregistern des öfteren wieder; doch findet sich laut Mitteilung des dortigen katholischen Pfarramtes kein Träger des Namens Johann Michael. [6] Hingegen konnten aus den Neckarsulmer Aufzeichnungen die Geburts- und Verehelichungsdaten der Eltern Simons festgestellt werden. Der Hausvater Johann Michael ist am 2. Juni 1733 geboren als Sohn des Michael und der Barbara Molitor, geborene Weber, die Mutter Maria Emerentiana entstammt einer Ochsenfurter Familie, namens Linz, und ist am 2. Juni 1729 geboren, war also - die Richtigkeit der Auszüge aus den Registern vorausgesetzt - genau vier Jahre älter als der Ehegatte. Die Trauung beider fand am 15. Juni 1759 statt. Der in Simons Taufprotokoll angeführte Taufzeuge Simon Molitor, Caesarei militaris annonae praefectus (Vorsteher des kaiserl. Proviantamtes), ist offenbar identisch mit jenem späteren Oberkriegskommissär in österreichischen Diensten, [7] den Sonnleithner als Oheim des jüngeren Simon bezeichnet und der diesem den Eintritt in das kaiserl. Kriegskommissariat und später in die Wiener Garnisonsverpflegsverwaltung ermöglichte.
Mehr über Molitors engere Familie konnten die durch die gegenwärtigen Verkehrsverhältnisse erschwerten Forschungen nicht ergeben. Auch die Nachrichten über Molitors Jugend beschränken sich auf Sonnleithners Angaben. [8] Hiernach erhielt Simon schon im Knabenalter von seinem Vater Unterricht in der Tonsetzkunst, sowie im Klavier- und Violinspiele. Letzteres zog ihn vornehmlich an und verschaffte ihm später bedeutenden Ruf und reichliche Einkünfte. Doch fand sein ausgesprochenes musikalisches Talent beim Vater nicht das erhoffte Verständnis; Simon sollte Schulmann werden und mußte studieren. Des Zwanges überdrüssig, verließ er ohne Wissen der Eltern die Universität und begann als achtzehnjähriger ein wanderndes Virtuosenleben, das ihn durch Deutschland nach allen Richtungen führte, gab Konzerte, spielte in Orchestern und komponierte für Konzert- und Kammermusik. Ende der achtziger Jahre kam Molitor nach Wien, wo er bei Abbé Vogler Komposition studierte.
Diese Ausführungen Sonnleithners machen einige erläuternde Bemerkungen, die Mitteilung über Molitors ersten Aufenthalt in Wien und seine Beziehung zu Vogler eine kritische Betrachtung nötig.
Was zunächst die allgemeinen Angaben über Molitors Jugend betrifft, so fehlen alle Voraussetzungen für die Prüfung auf ihre Richtigkeit: Von Molitor stammende persönliche Aufzeichnungen über sein Leben waren nicht aufzufinden - die Existenz solcher hätte Sonnleithner selbst gewiß nicht übersehen - aber auch sonst fehlen Anhaltspunkte, welche eine Untersuchung nach dieser Richtung hätten fördern können. Sonnleithner fußt, wie eine eingestreute Bemerkung besagt, auf den persönlichen Mitteilungen Molitors, und diese sind, wie sich erweisen wird, hinsichtlich der Zeitbestimmung in ihrer Gänze nicht aufrecht zu erhalten. Andererseits hat Sonnleithner diese biographischen Notizen im Jahre 1864 veröffentlicht, zu einer Zeit also, da Molitor bereits 16 Jahre tot war; sie sind daher aus dem Gedächtnis niedergeschrieben, was Irrtümer möglich erscheinen läßt. Weiters mögen die ersten Wanderjahre für Molitor als Geiger wohl erfolgreich gewesen sein, aber es kommt diesem keine derartige Bedeutung zu, welche die öffentliche Aufmerksamkeit hätte auf ihn lenken können, was natürlich die Verfolgung dieses unsteten Lebens erschwert, beziehungsweise unmöglich macht. Daß Molitor den günstigen Musikboden Wiens aufsuchte, bevor er seßhaft wurde, liegt übrigens sehr im Bereiche der Wahrscheinlichkeit.
Nun ist der angeblich erste Aufenthalt Molitors in Wien durch keine bestätigende Notiz verbürgt; andererseits befand sich Abt Vogler Mitte der achtiger Jahre (ab 1783) auf Reisen durch Frankreich und Spanien nach dem Oriente, Ende der achtziger Jahre (bis 1799) in Schweden. Erst 1803-1804 [9] nahm Vogler in Wien seinen Wohnsitz, da ihn Schickaneder als Operndichter gleichzeitig mit Beethoven für das Theater an der Wien, [10] welches damals noch erfolgreich mit dem Kärntnertorheater rivalisierte, berief. Für diese Zeit ist auch Molitors Seßhaftigkeit in Wien feststellbar: Der "Hof- und Standesschematismus der röm. kaiserl., königl. u. erzherzogl. Haupt- und Residenzstadt Wien" weist für das Jahr 1803 Simon Molitor als Adjunkt der Wiener Garnisons-Verpflegsverwaltung, wohnhaft auf der Fischerstiege 405 (jetzt I., Fischerstiege 6) [11] aus und für das Folgejahr im Kreutzerhof 721 (dem jetzigen Heiligen Kreuzerhof I., Graßhofgasse 3 - Drachengasse 1 - Schönlaterngasse 3-5). Wenn also das Studium Molitors bei Abt Vogler als Tatsache hinzunehmen ist, so wäre diese nach der vorausgegangenen Erwägung für die Jahre 1803-04 anzusetzen.
Nach Sonnleithner hätte Molitors erster Aufenthalt in Wien längere Zeit gewährt; "von da", heißt es weiter, "ging er nach Italien und war 1796 und 1797 Orchesterdirektor in Venedig, wo er als ausgezeichneter Violinspieler in vielen Häusern die freundlichste Aufnahme fand. Die siegreichen Fortschritte der französischen Armee, die sich auch über Italien ausbreitete, bestimmten ihn, nachdem er sich ein kleines Vermögen erspart hatte, in das Elternhaus zurückzukehren, und da ein Bruder seines Vaters als Oberkriegskommissär in österreichischen Diensten stand, so trat er nach dem Wunsche seiner Familie 1798 als Beamter bei dem Kriegskommissariate ein, von wo er später zum Verpflegswesen übertrat."
Die Zeitangabe über Molitors Aufenthalt in Venedig kann als unbedenklich akzeptiert werden. Nach dem im Jahre 1796 entworfenen französischen Feldzugsplane sollte Österreich von drei Seiten angegriffen werden: Ein Heer hatte in Franken, ein zweites in Schwaben einzufallen, ein drittes sollte unter Napoleon Bonaparte von Italien aus gegen Österreich vorrücken. [12] Nach der Übergabe Mantuas drang Napoleon bis nach Kärnten vor, wo Ende März der Präliminarfriede nächst Leoben zustande kam. Molitors Rückkehr ins Elternhaus wäre daher mit Beginn des Jahres 1797 wahrscheinlich. Seine Aufnahme in den Beamtenkörper des Kriegskommissariates ist aus dem Standeskalender von 1798 nicht zu ersehen; im Schematismus ist Molitor erstmalig im Jahre 1802 angeführt. Indes sind die genannten amtlichen Verzeichnisse, wie sich aus der vergleichenden Durchsicht späterer Jahrgänge ergab, nicht absolut verläßlich, zumal in jener kriegsbewegten Zeit; zum zweiten ist die Teilnahme Molitors an dem Feldzuge des Folgejahres 1799 - jedenfalls bereits in dienstlicher Eigenschaft als Beamter des Kriegskommissariates - festzustellen. Aus dem Jahre 1799 stammen nämlich eine Anzahl von Tanzstücken, [13] die Molitor in Donaueschingen für den Karneval komponierte, ferner wurden vier Siegeslieder [14] Molitors, dem Erzherzog Karl von Österreich gewidmet, in Augsburg gestochen, während die im Drucke erschienenen übrigen Werke durchgängig in Wien verlegt sind. Da Erzherzog Karl im März 1799 am Lech stand und die Franzosen in zwei Schlachten bei Ostrach und Stockach in der Nähe des Bodensees schlug, ist mit Rücksicht auf das früher Gesagte zu schließen, daß Molitor der Armee Erzherzog Karls zugeteilt war. Den Oberkriegskommissär Simon Molitor, einen Amtsnachfolger des Johann Molitor und Protektor seines Neffen Simon, weist der Schematismus 1798-1801 als abwesend aus.
Der Friede von Luneville 1801 griff im allgemeinen auf die Vereinbarungen von Campo-Formio zurück und gewährleistete Österreich gegen Preisgabe Belgiens, Mailands und Mantuas den Besitz von Venedig, Istrien, Dalmatien und den dalmatinischen Inseln. Nun befindet sich in der Vorrede zur großen Sonate (op. 7) gelegentlich der Besprechung der Gitarrebesaitung in einer Fußnote die Bemerkung Molitors über Erfahrungen, welche er diesbezüglich auf seinen "Reisen durch Istrien, Dalmatien und Albanien, unter den Risanoten und Montenegrinern, auch auf den Inseln des adriatischen Meeres und auf den levantinischen Inseln" gesammelt hat. Die Annahme, daß dienstliche Weisungen diese Reisen bestimmten, liegt jedenfalls näher, als daß diese noch in die Zeit der Wanderjahre Molitors fallen. Erst das Jahr 1802 findet Molitor laut Standesschematismus in Wien, wohnhaft im Neustädter Hof 541 (heute I., Sterngasse 3 - Berghof 4) und zwar als rangsjüngsten [15] Adjunkten der Garnisonverpflegsverwaltung. Durch drei Jahrgänge läßt sich Molitor in den amtlichen Aufzeichnungen verfolgen. Das Jahr 1805 weist ihn nicht mehr aus, nennt aber seine in früheren Jahrgängen angeführten Amtskollegen. Wahrscheinlich riefen dienstliche Verhältnisse ihn abermals aus Wien. Der neuerliche Krieg gegen das Kaisertum Frankreich hatte in Deutschland einen unglücklichen Verlauf genommen, eine österreichische Streitmacht war in Bayern abgeschnitten und zur Kapitulation gezwungen worden, der Feind rückte gegen Wien, welches, um ihm das Ungemach einer Belagerung zu ersparen, den Franzosen übergeben wurde. Ob Molitor wieder der Armee Erzherzog Karls, welcher den Oberbefehl in Italien führte, zugeteilt war, oder ob er mit der Wiener Garnison - das letzte Militär zog von Wien am 10. November aus - abgerückt war, ließ sich nicht bestimmen. Auch für die weiteren Kriegsjahre geben nur Daten aus dem musikalischen Schaffen Molitors Anhaltspunkte über seinen Aufenthalt. [16]
Die schon erwähnte Vorrede zu op. 7 ist gefertigt mit S. Molitor, Wien, im Herbstmonat 1806, von op. 10 und op. 11, die bei Weigl in Wien verlegt sind, nimmt die Leipziger Musikzeitung im Jahre 1809 Kenntnis. Die Widmungen dieser und der vorangegangenen Werke lassen auf einen regen Verkehr Molitors mit der musikliebenden Gesellschaft und in Standeskreisen schließen und rechtfertigen die Annahme, daß Molitor dem Wiener Leben, das auch während und trotz der Kriegsnöte emsig pulsierte, weder persönlich noch ununterbrochen räumlich fernstand.
Der Gesellschaftsbereich Molitors umfaßte, wie aus den Dedikationen seiner Werke hervorgeht, Berufs- und Standeskreise, gitarristische Mitarbeiter und nach Sonnleithners Mitteilung eine Anzahl musikliebender und -ausübender Persönlichkeiten, welche zu den Privatakademien im Hause Kiesewetters geladen waren und späterhin sich auch zu Molitors Quartettübungen einfanden.
Im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Beziehungen stand R. G. Kiesewetter, der vier Jahre vor dem Eintritte Molitors in den kaiserlichen Dienst in der Kriegskanzlei bei der Reichsarmee angestellt wurde; 1801 wurde er zum Kanzlisten, "Secretaire aulique de guerre au service de Sa Majesté Imp. Roy.", wie ihn Molitor in der Widmung des 3. Werkes anspricht, 1807 zum Hofrat, 1813 zum Sanitätsreferenten befördert. Kiesewetters Haus war durch drei Jahrzehnte eine Pflegestätte historischer Musik, und Molitor mag als trefflicher Geiger dort frühzeitig Einlaß gefunden haben. (Das Kiesewetter gewidmete op. 3 ist um 1804 geschrieben.) Mit diesem verbanden Molitor berufliche, musikalisch-gesellschaftliche und gitarristische [17] Interessen. Fétis vermutete übrigens in dem Namen S. Molitor ein Pseudonym seines gelehrten Gegners Kiesewetter. [18]
Weitere Widmungen Molitors nennen Frau Karoline von Polzer, geborene von Freywillig (op. 5); ihrem Gemahl Joseph von Polzer "Intendant des vivres militaires", ist das große Rondo op. 10 zugeeignet; der Standesschematismus von 1803 weist Polzer als Verpflegsoffizier, wohnhaft im Ballgäßl 986 aus. Op. 7 ist Franz Tandler gewidmet, der ein Porträt Molitors im Kupferstich mit einer Gegenwidmung versehen, dem Werke beifügte. In seinen gitarristischen Schriften gedenkt Molitor einigemale in herzlichem Tone Tandlers, und dem Ableben des Freundes widmet er einen tiefempfundenen Nachruf im "Marche funébre à la mort de l'excellent joueur de guitarre Mr. François Tandler composée par son ami S. Molitor". Inwieweit die übrigen Gitarristen der ersten Wiener Epoche zu Molitor in gesellschaftlicher Beziehung standen, wurde im Anhange in den einzelnen biographischen Skizzen darzulegen versucht. In Betracht kommen neben Tandler: Matiegka, Call, Klingenbrunner, Fauner. [19] Mit den späteren gitarristischen Zeitgenossen scheint Molitor wenig Berührung gehabt zu haben. Das letzte in Druck erschienene Gitarrewerk Molitors, op. 11, ist einer Mlle. Engelhardt zugeeignet; über diesen Namen war nichts sicheres zu finden, doch sei auf die in der Bibliographie unter op. 11 niedergelegte Mutmaßung verwiesen.
In den späteren Lebensjahren und mit zunehmender Kränklichkeit beschränkte sich Molitor, der, wie Sonnleithner mitteilt, ein eifriger Besucher guter Konzerte war, darauf, in seinem Hause nach dem Vorbilde Kiesewetters musikalische Akademien zu veranstalten. Seinen Quartetten, für die er eine reiche Sammlung alter Meister und auch neuerer Komponisten angelegt und durch eigenhändige Abschriften vermehrt hatte, wurden als Ausführende die Mitglieder der Hofkapelle Alois Fuchs, Josef Böhm und Leopold Jansa beigezogen. Fuchs, ein hervorragender Musikkenner und eifriger Sammler von musikalischen Manuskripten und Tonkünstlerporträts, erwähnt in der Aufzählung der musikalischen Kunstsammlungen in Wien [20] auch "die Musikaliensammlung des Herrn Simon von Molitor": "Diese enthält größtentheils Kammermusik und zwar für Streichinstrumente; hier findet man Muster von den ersten Versuchen der Instrumentalkammermusik....bis auf die neueste Zeit." Auf den vorzüglichen Geiger Böhm, Schüler Rodes, Lehrer Joachims und Helmesbergers ist als Gitarristen im Anhange hingewiesen. Jansen, seit 1825 Mitglied des Hoforchesters, veranstaltete wie Kiesewetter und Molitor auch selbst regelmäßige Quartettabende. Zu dem kleinen Kreis geladener Gäste, welche Molitor seinen Hausakademien beizog, zählten Kiesewetter, Mosel, Koudelka, Aßmayer und Grillparzer. Ignaz Franz Mosel, ein fleißiger Beobachter aller Erscheinungen auf musikalischem Gebiete, war anfangs der k. k. Tabak- und Stempel-Gefällen-Direktion zugeteilt, trat später zur Banco-Hofbuchhaltung über, erhielt 1818 den Hofrattitel und den Adelsstand verliehen und war ab 1819 Kustos der Hofbibliothek. Seine im Archiv der Musikfreunde erliegende handschriftliche Selbstbiographie gibt allerdings keinen Aufschluß über die gesellschaftlichen Beziehungen zu Molitor. Josef Freiherr von Koudelka gehörte dem Offiziersstande an, avancierte bis zum Feldmarschalleutnant, trat 1837 in den Ruhestand, den er, ganz seiner Neigung für die schönen Künste lebend, noch 13 Jahre genoß. Einige seiner Liedertexte hat Molitor vertont. [21] Die freundschaftlichen Beziehungen Ignaz Aßmayers, des Kapellmeisters vom Schottenstifte, zu Schubert, lassen den Schluß zu, daß auch dieser Molitor kein Fremder blieb, zumal Sonnleithner selbst zu den Gönnern Schuberts zählte. Franz Grillparzer, welcher in der allgemeinen Hofkammer als Beamter tätig war, schließt den gesellschaftlich und geistig vornehmen Bekanntenkreis Molitors, dem wohl noch eine Anzahl heute weniger geläufiger Namen angehört hat.
So unstät Molitors reife Jugend und erstes Mannesalter war, so gleichmäßig gestaltete sich seine weitere Lebensweise; wenigstens teilt Sonnleithner keinerlei Momente mit, die jenen von seinem ernststrebenden Schaffen hätten ablenken, aus seiner behaglich genießenden Muße hätten reißen können. Bis 1831 lebte er seinen Berufsgeschäften, leistete, wie Sonnleithner berichtet, durch Eifer und Einsicht bedeutendes in seinem Fache, wurde zu der angesehenen Stelle eines Verpflegsoberverwalters befördert und erhielt das Offizierskreuz der französischen Ehrenlegion und das Ritterkreuz des Baden'schen Zähringer Löwenordens. [22] Im Jahre 1825 wurde in den k. k. Redoutensälen bei einem Maskenballe zum Vorteile der Pensionsgesellschaft bildender Künstler die von Molitor nach 1800 komponierte Musik zu den Menuetten [23] und deutschen Tänzen [24] aufgeführt.
Als Molitor 1831 im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand trat, gestatteten ihm seine günstigen Vermögensverhältnisse, sorglos sich ganz seiner Neigung, der Musikpflege und den geschichtlichen Forschungen über die Wiener Hofkapelle und der früheren Hofoper zu widmen. Er sammelte reiches Material hiefür, machte aus den geeigneten Quellen in der kaiserlichen Hofbibliothek und in den Archiven der Hofämter Auszüge, welche die Hofbibliothek in umfangreichen Kompendien unter den Signaturen 19239-43 (Cod. mus., tom. II.) aufbewahrt. [25]
Molitors übergroße Genauigkeit und die zunehmende Altersschwäche ließen dieses großangelegte Werk nicht zum Abschluß kommen; er starb, ohne den Erfolg seines vieljährigen Schaffens erreicht zu haben.
Das Totenprotokoll nennt als Sterbetag den 21. Februar 1848, was die "österreichisch-kaiserlich-privilegierte Wiener Zeitung" in der Nummer vom 25. Februar bestätigt; es findet sich dort unter der Rubrik: Verstorbene zu Wien folgende Meldung:
"Den 21. Februar: Der wohlgeborne Herr Simon Molitor k. k. jubil. Militär-Verpflegs-Oberverwalter, Offizier der königl. Französischen Ehrenlegion und Ritter des großherzoglich-Badenschen Zähringer-Löwen-Ordens, alt 82 Jahre, am Graben Nr. 1133 [26] an Altersschwäche."
Diese Angaben entsprechen völlig dem Auszuge aus dem Totenprotokoll; dieses fügt noch bei: ledig, katholisch. Der Verlassenschaftsakt stellt zwei schriftliche Testamente fest: Das erste vom 1. Februar 1843, mit Nachträgen vom 13. März 1846 und ein zweites ohne Datierung. Die Regelung des Nachlasses übernahm im Einvernehmen mit der Behörde Molitors einziger Bruder Joseph Alois, jubil. Feldkriegsprotokollist in der Bognergasse 313 [27] im eigenen Namen und als Bevollmächtigter seiner Schwester Crescentia, verehelichte Haas, Privatierswitwe aus Iglau in Mähren.
Molitor war unverheiratet geblieben und hatte, wie Sonnleithner sagt, seine Einkünfte stets klug zu Rate gezogen. Er war übrigens, wie früher angedeutet, nach Wien nicht mit leeren Händen gekommen, sondern hatte auf seinen Kunstreisen bereits größere Ersparnisse gemacht. Und so gibt auch der Verlassenschaftsakt das Bild eines erfreulichen Wohlstandes.
An Bargeld wurde laut Sperrsrelation vorgefunden: In Banknoten 2685 Fl. und in Silber 37 Fl. 20 Kr.; "von dieser Barschaft wurden dem Herrn Joseph Alois Molitor zur Bestreitung der Leichenkosten fünfhundert Gulden Konventionsmünze ausgefolgt". An öffentlichen Fonds-Obligationen wurden 29000 Fl. C. M., an Privatobligationen 39000 Fl. C. M. und an Sparkassabüchel-Einlagen 1605 Fl. 20 Kr. in gerichtliche Verwahrung genommen. Die vorhandenen Pretiosen wurden mit 397 Fl. eingeschätzt, was im ganzen die für damalige Verhältnisse stattliche Summe von 11524 Fl. 20 Kr. als Wertnachlaß ergibt; dazu kam noch die jedenfalls solcher Wohlhabenheit entsprechende Einrichtung, ferner "Kleider, Wäsche, ein Klavier, Musiknoten und sonstige ungetheilte Sachen".
Die öffentlichen Fondsobligationen bestanden aus 29 Stück Metaliques-Werten zu 5% bezw. 4% à 1000 Fl. und zwar: 14 Stück vom 1./II. 1817, 2 Stück vom 1./VIII. des gleichen Jahres, 9 Stück vom 1./X. 1829 und 4 Stück 1./VIII. 1831. Eine Obligation der 1816 errichteten Nationalbank zu 1000 Fl. hatte Molitor unter dem Decknamen "Rotil" dem Konservatorium zur Gründung eines Stipendiums für eine talentvolle Gesangsschülerin gewidmet. [28] Die Privatobligationen, sechs an der Zahl, waren Schuldverschreibungen: 12000 Fl. vom Stifte Schotten, 14000 Fl. von einem Dr. med. Michael Seng, 4000 Fl., 5000 Fl. und 2000 Fl. von einem Oberst bezw. Generalmajor Joseph von Sardagna und je 1000 Fl. von einem Dr. J. B. Hauptmannsberger und dessen Gattin. Auf 10 Sparkassabüchern waren je 100 Fl. eingelegt; eines lautete auf den vollen Namen Simon Molitor, neun waren mit je zwei Buchstaben aus Vor- und Zunamen chiffriert. (M. O., L. I., T. O., S. I., S. R. etc.) [29] In zwei weiteren Sparkassabüchern waren je 302 Fl. 40 Kr. für die Namen Karoline Haas und Franziska Haas eingelegt, vermutlich Geschenke an seine Nichten. Das Nachlaßverzeichnis über Pretiosen zeugt gleichfalls von dem Wohlstande Molitors; es sind Schmuckgegenstände von Gold bis zu 40 #, Silbergeräte bis zu 59 Loth schwer verzeichnet; samt und sonders wurden diese Effekten, 35 an der Zahl, mit dem Betrage von 396 Fl. 20 Kr. im Schätzungswerte ausgewiesen.
Molitor ist als Musiker, soweit er für die nachstehenden Untersuchungen in Betracht kommt, in einem eigenen Abschnitte gewertet worden; an dieser Stelle seien über Molitor als Mensch einige Bemerkungen niedergelegt.
Aus seinen historischen, wie musikalischen Arbeiten läßt sich als hauptsächlicher Zug seines Wesens eine gewissenhafte Gründlichkeit entnehmen, welche als tiefere Ursache seines Lehrbedürfnisses und umgestaltenden Strebens anzusehen ist. Nach der Andeutung Sonnleithners über die berufliche Tüchtigkeit Molitors gilt ein ähnliches auch für dessen sonstige Betätigung. Diese Sorgfalt verliert sich, wie aus manchem erhellt, oft ins kleinliche, pedantische, bisweilen stellt sich der peinlich abwägende Ordnungssinn sogar über künstlerische Momente. Diesem ausgeprägten Charakterzug ist eine Mischung von Zurückhaltung und an Eitelkeit streifendes Selbstgefühl beigegeben, welches gegen gleichartiges Streben von fremder Seite sich ablehnend verhält, ihm mitunter schroff gegenübersteht.
Aus dem Gesagten mag auch die Tatsache abzuleiten sein, daß Molitors Arbeiten auf Gebiete abzielten, die weniger betreten und der freien Selbstbetätigung ohne stärkeren Wettbewerb überlassen waren: Die Anfänge der Gitarristik, deren Überholung durch die Giulianiepoche ein vielleicht erbittertes Abtreten Molitors zur Folge hatte, und später die Forschung auf dem historisch-musikalischen Felde der Hofoperngeschichte.
Dieses aus Tatsächlichem flüchtig skizzierte Charakterbild Molitors steht in einer gewissen Unstimmigkeit zum Charakter des Jünglings und jungen Mannes, wie ihn wenigstens die bewegten Lebensumstände vermuten lassen; doch kann angenommen werden, daß gerade die völlig geänderten Verhältnisse der Seßhaftigkeit eine Lebensanschauung zeitigten, welche sich mit der früheren nicht deckte, oder dieser gar gegensätzlich war.
Sonnleithner betont Molitors lebhaftes Temperament, das durch Alter und Kränklichkeit ins Reizbare überging. "Dabei bewahrte er aber warmen Sinn für das Gute und Schöne und ein wohlwollendes Gemüth für die Leiden anderer."
Mag den vorerwähnten Betrachtungen mehr oder weniger Berechtigung zu einer Schlußfolgerung auf das Wesen Molitors zustehen, das eine darf gesagt werden, daß dem gitarristischen Getriebe der ersten Wiener Epoche in Molitor eine eigenartige und eindrucksvolle Persönlichkeit erstand.
Schließlich sei noch einer Betrachtung über die beiden Namen B. Molitor und Sebastian Molitor, die Fétis verzeichnet, Raum gegeben, sowie eine Richtigstellung der Person des Simon Molitor, wie sie der gleiche Lexikograph darstellt, festgelegt.
Fétis bezeichnet, wie schon erwähnt, einen B. Molitor und einen Sebastian Molitor, denen er Werke zuschreibt, welche unzweifelhaft von Simon Molitor stammen. Der Irrtum ist aus dem Lexikon von Schilling herübergenommen. Dieser registriert einen Sebastian Molitor: "geboren zu Lüttig, guter Gitarrevirtuos, lebte in den ersten beiden Decennien des laufenden Jahrhunderts als Musiklehrer (!) zu Wien, und hat Verschiedenes, mehr oder minder Wertvolles, componiert." (Die nun aufgezählten Kompositionen gehören dem Simon M. an.) Woher Schilling den Namen Sebastian ableitet, ist unerfindlich, wenn nicht etwa eine willkürliche Auslegung des "S.", in das Simon seinen Vornamen abzukürzen pflegte, angenommen werden soll. Den "Sebastian" M. als Scheinexistenz hinzustellen, wie Sonnleithner es tut, ist nicht ganz unbedenklich, da Schilling hinzufügt, ein Bruder des Sebastian mit unbekanntem Vornamen besitze eine Pianofabrik in Neapel. [30] Daß aber eine tatsächliche Verwechsulng der Personen vorliegt, bezeugt Simon Molitor selbst; er schreibt in der Leipz. allg. mus. Ztg. Jahrg. XL, Seite 157 in einer Fußnote: "Den Artikel Sebastian Molitor, in dem Universallexikon von Stuttgart, kann ich nicht auf mich beziehen." Der zweite Name, den Fétis verzeichnet, "B." Molitor, findet vielleicht seine Erklärung in der undeutlichen Schreibweise des "S.", das nach dem Schriftzuge Molitors dem gothisch geschriebenen Buchstaben B ähnelt. Daß unter B. Molitor kein anderer als Simon zu verstehen ist, beweist die Angabe des Augsburger Druckes der Liedkompositionen Simons, die Fétis neben Gitarrekompositionen registriert. Was nun den dritten Namen "Simon Molitor" anlangt, so erblickt Fétis in diesem ein Pseudonym Kiesewetters und stützt sich hierbei auf zwei von dem wirklichen Simon Molitor verfaßten und mit vollem Namen gezeichneten Streitschriften in der Leipz. allg. mus. Zeitung. [31] Fétis schreibt:
"Je crois être certain que ce nom de Simon Molitor est un des pseudonymes sous les quels Kiesewetter se cachait quand il voulait m'attaquer..."
Sonnleithner wendet sich scharf gegen diese Vermutung des Fétis, mit der Begründung, daß Kiesewetter als offener, gerader Charakter "sich stets ehrlich aussprach und sich nicht hinter erdichteten Namen verbarg, wozu er auch keine Ursache hatte". Daß Fétis im vorliegenden Falle Quellen ohne nähere Prüfung übernahm, steht außer Zweifel, und daß die von ihm den drei Trägern des Namens Molitor zugeschriebene gitarristische Betätigung einzig und allein dem Simon zuzuerkennen ist, mag der folgende Abschnitt dartun.
[weiter]
[1] Die vom katholischen Pfarramte in Neckarsulm erhaltene Abschrift des Taufdokumentes hat folgenden Wortlaut: Die 3tia Novembris medio 7mae matut: natus eodemque baptizatus est Aloysius Franziscus Simon Josephus, D. Joannis Michaelis Molitor Praeceptoris et Mariae Emerantianae conjugum filius legitimus levantibus Franzisco Josepho Domino cive mercatore et Domino Simone Caesarei militaris annonae praefecti Domini de Legisfeld Secretaris.
[2] Molitor gebrauchte von seinen vier Vornamen fast ausschließlich den dritten: Simon; vereinzelt zeichnete er als Franz Simon, zumeist kürzte er Simon in S., eine Gepflogenheit, die einige Lexikographen auf die falsche Fährte der Namen S. (=Sebastian) und B. Molitor lenkte. Im Neckarsulmer Familienregister ist Molitor als Franz Simon, sein jüngerer Bruder als Alois eingetragen.
[3] Beide Geschwister überlebten Simon; der Verlassenschaftsakt nennt als nächste Anverwandte: Joseph Alois Molitor, jubilierter Feldkriegsprotokolist zu Wien in der Bognergasse 313, und Crescentia Molitor, verehelicht an N. Haas (?) in Iglau, in Mähren ansässig, Privatiers Witwe.
[4] Der hier in Betracht kommende Sonnleithner ist Leopold, der Gönner Schuberts, ältester Sohn des um Wien vielfach verdienten Rechtsgelehrten und Musikfreundes Ignaz v. S. und Bruder des Regierungsrates Josef v. S., des Begründers der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.
[5] "Rezensionen und Mittheilungen über Theater und Musik", X. Jahrg., 2. Halbjahr, Nr. 28, Seite 435ff.
[6] Folgende Eintragungen im Mergentheimer Familienregister über den Namen Molitor zwischen 1600 und 1790 wurden mitgeteilt:
Mathias Molitor, Bragensis viduus (1651-1734), Maria Ursula Lippin (1687-1735) copulati 18./VIII. 1705. Proles: Franziscus Carolus, geb. 28./V. 1706, Wolfgangus, geb. 19./II. 1709, Godefriedus Josephus, geb. 27./X. 1711, Casparus, geb. 24./VI. 1714, Maria Susanna, geb. 10./I. 1717;
Wilhelmus Mahler, viduus, (gest. 1705), Eva Barbara Molitorin, copulati 21./V. 1703. Proles: Anna Barbara, nata in Krautheim;
Franziscus Simon Molitor, (1658-1727) natus Viennae, Maria Katharina Kheulin, (gest. 1738) copulati 3./II. 1693. Proles: Maria Henrica, geb. 8./VIII. 1696.
Eine weitere Mitteilung des Mergentheimer Pfarramtes besagt, daß im Totenregister bis 1812 verzeichnet sind:
Johann Georg Molitor, geb. 1732, gest. 1804;
Johann Franziscus Molitor, geb. 1733, gest. 1804.
"Demach", schließt diese Information, "scheint Michael Molitor nicht hier gestorben zu sein. Im letzten Deutschordenskalender von 1806 ist von einem Konzertmeister nichts angeführt."
[7] Vor des jüngeren Simon Ankunft in Wien verzeichnet der Wiener Hof- und Standesschematismus noch folgende Träger des Namens Molitor:
Franz Josef M. edler von Mühlfeld, des h. röm. Reiches Ritter, Doktor der mediz. Fakultät, am Bauernmarkt 557.
Franziscus M. edler von Mühlfeld, Protonotarius Apost., unter den Tuchlauben 230.
Georg M., Oberhofpostamtsadjunkt in der Leopoldstadt 231.
Johann M., Oberkriegskommissarius (abwesend).
Martin Ignaz M. edler von Mühlfeld, des h. röm. Reiches Ritter, Registrator der geh. Reichshofkanzley, auf der Landstraße 228.
Martin von M., Kunstmitglied der Akademie (Maler), in der Kärntnerstraße 909.
Simon M., Oberkriegskommissär (Nachfolger des Johann M.), (abwesend).
Ferner nach 1798:
Johann Baptist M., Hofkonzipist; Andreas v. M., Hofkriegsprotokolist; Nikolaus M., Hofkriegsbuchhaltungsingrossist;
Joseph edler von M., Kanzlist der Reichshofkanzley.
[8] Die Lexika behandeln Molitor vor Veröffentlichung des Sonnleithner'schen Nekrologes recht dürftig. Gerber verzeichnet nur den Namen Molitor S. und von dessen Kompositionen "Siegeslieder für drey Stimmen ohne Begleitung" (während des Feldzuges 1799 komponiert), was durch die Entstehungszeit des Gerber'schen Lexikons erklärt ist. Schilling und dessen spätere auszugsweisen Bearbeiter verwechseln den Simon mit einem Sebastian Molitor; Fétis übernimmt den Irrtum, führt mit dem Vornamen B. einen zweiten Pseudo-Molitor ein, behandelt also die gleiche Person, da er auch den Simon mitregistriert, unter drei Namen. Wurzbach und die späteren Lexikographen fußen auf den Mitteilungen Sonnleithners, drucken auch die darin enthaltenen kleinen Unrichtigkeiten nach. Die Originalquelle war Eitner nicht geläufig, denn er vermerkt bei Simon: "Biographisches ist unbekannt" und versucht, die Pseudo-Molitore auf den richtigen Namen Simon zurückzuführen. - Auf die Scheinexistenz des S. und B. Molitor wird im weiteren Verlaufe der biographischen Darstellung noch näher eingegangen werden.
[9] Sonnleithner erklärt denn auch selbst den Zeitpunkt (Ende der achtziger Jahre) für das Studium Molitors bei Vogler als von Molitor irrtümlich angegeben.
[10] Moritz Bermann, "Alt- und Neuwien", Geschichte der Kaiserstadt und ihrer Umgebung.
[11] Um die Bestimmung der Häuser-Umbenennung und -Umnumerierung hat sich in freundlicher Weise Herr Dr. Alfred Orel, Bibliotheksadjunkt der Stadt Wien, bemüht; diesem und dem Herrn Magistratsoffizial Camillo Wasl sind auch die Abschriften aller benötigten Wiener Totenprotokolle zu verdanken.
[12] Franz Martin Mayer, "Geschichte Österreichs", Wien 1909.
[13] Sey (!) Menuets avec Trios für Orchester, ohne Opuszahl.
[14] Gleichfalls ohne Opuszahl; diese patriotischen Kriegslieder, welche s. Z. mit Begeisterung gesungen wurden, sind bei Gombart in Augsburg, 1800, gedruckt. Die Leipz. allg. mus. Ztg. II. Jahrg., Seite 795, urteilt wenig günstig darüber.
[15] Die Rangsordnung der Verpflegsbeamten war abgestuft in Verpflegsverwalter und Rechnungsführer, -Offizier (Offizial), -Adjunkt, -Amtsschreiber. Molitor wurde also für die zweite Stufe übernommen.
[16] Die Standesschematismen späterer Jahre schieden den Beamtenkörper der Garnisonsverpflegsverwaltung aus ihren Berichten gänzlich aus. Von 1805 bis zum Pensionierungsjahr 1831 ist Simon Molitor nicht mehr registriert. In den Militärschematismen findet sich der Name nur in den Jahren 1818-1834 (!) mit dem Range "Oberverpflegsverwalter".
[17] Nach Wurzbach spielte Kiesewetter Flöte, Fagott und Gitarre. Auch der Zeitgenosse Matiegka (siehe Anhang) widmete Kiesewetter eine Gitarrekomposition.
[18] Fétis, "Biographie universelle", VI. Bd., (2. Aufl.) Seite 162/163.
[19] Über Fauner siehe Anhang unter Tandler.
[20] Musikalische Zeitschrift "Cäcilia", 23. Bd., Heft 89, Seite 40.
[21] "Die drei Unbekannten", ein Nachtgesang für drei Männerstimmen ohne Begleitung, u. a. (Hofbibliothek Nr. 19288-91.)
[22] Auf diese Ordensauszeichnungen ist die öftere Namensfertigung Simon von Molitor zurückzuführen. Die Erhebungen im Adelsarchive, welche in liebenswürdiger Weise von den Herren Ministerialräten von Foltz und Seydl und dem Herrn Revidenten Posch gepflogen wurden, ergaben, daß ein Simon Molitor nicht geadelt wurde. Auch ist Simon kein Sproß eines geadelten Trägers des Namens Molitor; wenigstens führt der Vater Johann Michael bürgerlichen Namen. Adelspatente wurden verliehen an: Gregor M. (von Mühlfeld 1634), Peter M. (1652 ohne Adelsprädikat), Georg Ferdinand M. (1680). Ferner an die Brüder Martin Ignaz M., Johann Jakob Marian M., Johann Peter M., sämtlich akademische Maler.
[23] Douze Menuets, exécutés dans la grande salle de Redoutes Impériales à Vienne, 1804.
[24] Zwölf deutsche Tänze samt Trios und Coda für großes Orchester; (Hofbibliothek Nr. 18502).
[25] Sonnleithner ergänzte die Aufzeichnungen und bereitete so das Matrial für eine Geschichte der Oper in Wien vor.
[26] Heute das Haus Graben 14=Bräunerstr. 2.
[27] Das jetzige "Stiebitzhaus" der Bognergasse (Nr. 5 oder 7).
[28] "Geschichte der k. k. Gesellschaft der Musikfreunde in Wien" (herausgegeben von dieser), Wien 1912, I. Bd., Seite 67.
[29] Dieser Spielerei mit dem eigenen Namen entstammt auch das Pseudonym "Rotil".
[30] Bei geänderten politischen Verhältnissen wird auch hierüber Klarheit geschaffen werden können.
[31] Jahrg. XL, Seite 157: "Eine Ehrenrettung des Kaiserlichen Hofkompositeurs Francesco Conti gegen eine von Matheson verbreitete Anekdote" und Jahrg. XLI, Seite 197 und 226: "Bemerkungen zur Lebensgeschichte Emanuels, genannt der Baron von Astorga".